Vorgestern bei IKEA

Vorgestern waren wir also bei IKEA und das ist jetzt natürlich eigentlich nicht wirklich etwas bemerkenswertes, sondern ganz normaler Alltag. Aber gerade deswegen ist es einen Eintrag hier Blog wert. Denn diese Alltäglichkeit macht den grossen Unterschied zwischen unserem ersten langen Aufenthalt in Japan und dem jetzigen in der Schweiz aus. Damals in Japan waren wir auch einmal bei IKEA (Link: Schweden in Japan) und es war schon ein ziemlicher Event und nicht nur, weil es kurz nach der Eröffnung der damals einzigen IKEA Filiale in Japan war. Nein, in Japan haben wir damals fast alles als irgendeine Art von Event angesehen. Und wenn es auch nur darum ging, Köttbullar bei IKEA mit Stäbchen zu essen… Das war damals ein Tagesausflug, irgendwo in die Provinz Chiba (wie kommt man dahin?), die Kamera war dabei, wir haben viel beobachtet und diskutiert, wie IKEA bei den Japanern ankommt, wie verhalten sich die Leute dort, was ist anders, usw… Und Samstag? Na ja, nicht viel anders als IKEA Köln. Etwa gleich weit und umständlich zu erreichen, die Leute um einen herum sprechen etwas anders, hier und da ein kleiner Unterschied (das Angebot im Restaurant war schlechter), ein paar Fragen (gilt die deutsche Familykarte hier auch?), aber das wäre fast genauso in jeder deutschen IKEA Filiale gewesen, in der man zum ersten mal ist.

Aber das ist es eben, nach gut einem Monat sind wir schon ziemlich mitten im Alltag angekommen, denn dazu sind Deutschland und die Schweiz dann doch zu wenig verschieden, vor allem wenn man mal für lange Zeit wirklich ganz woanders war, als das man dieses permanente Abenteuergefühl und dieses steige Staunen hat.

Aber natürlich ist die Schweiz anders, als Deutschland und Zürich anders als Bonn, aber es ist alles subtiler, man kann es leichter übersehen. Es sind die Details, auf die man achten muss. Und was brachte in dieser Hinsicht nun der Besuch bei IKEA? Was konnte man typisches über die Schweiz lernen? Vielleicht folgendes, was mir zu mindestens schon mehrfach auch an anderer Stelle aufgefallen ist, die Preise. Einkaufen bei IKEA ist in der Schweiz nämlich wirklich sehr günstig. Die Preise sind im Mittel fast identisch zu denen in Deutschland, beachtet man aber, das der Schweizer deutlich mehr verdient im Schnitt, sind die Sachen dort eigentlich ziemlich billig! Was dann aber wieder (nach deutschen Massstäben) unglaublich teuer ist, ist der Lieferservice. Mindestens 99 Franken kostet der Spass!

Wie gesagt, das scheint mir sehr typisch zu sein. Toller Service, aber oft kaum zu bezahlen, während Dinge wie Möbel, Elektrogeräte, Kleidung etc. im Verhältnis zum Einkommen deutlich günstiger sind. Und das merkt man schon auf der Strasse, wenn man sieht, was die Leute so z.B. an mobilen Elektrospielzeug mit sich herumschleppen…

Also doch was gelernt beim IKEA Besuch… 😉

2 thoughts on “Vorgestern bei IKEA”

  1. Schon lustig, daß ein Besuch bei IKEA irgendwie schon so Heimatsgefühle aufkommen läßt (dabei ist IKEA doch schwedisch!), sei es in der Schweiz, als auch in Japan…
    Wahrscheinlich, weil im IKEA-Haus alles so gewohnt ist…wie in Berlin, Köln,…

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