Brei Society.

Ich bin froh, dass ich mir bald keine Gedanken mehr über das Thema machen muss. Wir sind hier nämlich echt einem regelrechten “Brei-Schock” erlegen:
In Deutschland gab es für Valentin Gläschen von Alnatura, Gemüse mit Stärkebeilage, einmal die Woche mit Fleisch. Ansonsten Fruchtmus und Breipulver, wahlweise mit oder ohne Vollmilch. Keinen Zucker, keine Gewürze. Ich habe mir darüber auch nie großartig Gedanken gemacht. Das hatte der Kinderarzt empfohlen, das haben wir bei Leander schon so gemacht, das haben alle anderen Eltern auch gemacht.
Und in der Schweiz? – Erstmal der absolute Preisschock. Und dann die Suche nach einfachen Zusammensetzungen, nach Breipulver ohne Zucker und Verwunderung über Breipulver mit Honig. (In Deutschland ein absolutes Tabu im ersten Lebensjahr.) Und wir haben nur eine Sorte Apfelmus ohne Zucker gefunden. – Von Weight Watchers, bei COOP.
Wir haben uns damit arrangiert. (Und ich püriere z.T. einfach Teile unseres Essens.) Aber toll ist es nicht. Und wenn man sowas wie Alnatura haben will, muss man in die Apotheke oder Drogerie (nicht Drogeriemarkt, sondern sowas wie eine Apotheke ohne Medikamente) oder ins Reformhaus und zahlt nochmal drauf…

Ach ja, und von dem Bifidus-Quatsch im Breipulver musste Valentin bei der Umstellung wochenlang pupsen.

4 thoughts on “Brei Society.”

  1. Meist haben die HA-Breie keinen Zucker – meine ich mich zu erinnern. Ich musste für Joel ja die Allergikerprodukte nehmen und da gab es glaube ich doch einige – aber natürlich waren die nicht ganz günstig. Ich habe meistens selber gekocht und püriert…

    Wenn man davon ausgeht, dass die chemische Zusammensetzung von Fruchtzucker und Zucker dieselbe ist (erklärte mal ein Lebensmittelchemiker und Ernährungseperte), dann sei es grundsätzlich egal, ob ich etwas mit Fruchtzucker (eben Obst) oder etwas mit Zucker esse… insofern ist wohl Zucker (in Massen) auch nicht wirklich dramatisch… Honig ist aber auch hier als Tabu bekannt – dass das in Kleinkindnahrung drin ist erstaunt mich doch sehr…:S

  2. Jetzt komme ich endlich zum Antworten!
    Ich finde Zucker nicht schlimm, weil es Zucker ist, sondern weil ich nicht möchte, dass sich mein Kind an diesen andauernden süßen Geschmack im Mund gewöhnt. Der übertüncht ja dann auch alle anderen Nuancen. Für Leander gibt es zum Zvieri meistens auch Süßes. Und ich bin froh, dass er einfach aufhört, wenn er genug hat. (Ich kenne wenig andere Kinder, die ein halbes Eis stehen lassen, weil sie genug haben…) Trotzdem gibt es sonst zwischendurch nichts. Außer zu den bekannten Festen. Zuckerfreier Kaugummi kommt schonmal öfter vor… Wenn Valentin sieht, dass Leander was isst, gibt es sowieso Geschrei. Also gibt es auch für ihn den obligatorischen Schoko- oder Kekskrümel. Aber das ist dann eben was Besonderes und nicht Grundnahrungsmittel.
    HA-Nahrung brauchen wir zum Glück nicht. Und die allerneueste Theorie besagt ja auch, dass Kinder weniger Allergien bekommen, wenn sie schon ganz früh einer Vielfalt an Allergenen ausgesetzt werden. – Also genau das Gegenteil von dem, was damals bei Leander gepredigt wurde. (Und die sind nur 2 1/2 Jahre auseinander!)

  3. Joel war eine Frühgeburt mit zwei Allergikern als Eltern. Drum mussten wir die HA-Milch nehmen. Der Arzt auf der Neonatologie hat aber damals schon auch dieselbe Theorie vertreten, die du nennst: Der Umgang mit Dreck und Allergenen sei der beste Schutz gegen Allergien, er gab als Beispiel auch Bauernkinder, welche im Stall und auf den Wiesen und Feldern rumtoben und viel seltener Allergien hätten als die antibakteriell aufwachsenden Stadtkinder. Von da an habe ich Joel täglich im Dreck gewälzt – ok, das war ein Witz, aber die Erklärung leuchtete mir doch ein. ;)

  4. Das mit dem Dreck war bei Leander auch schon so. Es gab nur beim Essen die Regel, möglichst wenig Zutaten zu haben. Das hat mir zumindest dahingehend eingeleuchtet als dass man dann bei Reaktionen schneller rausbekommt, woran es liegen könnte. Unsere Kinder waren aber auch nie sonderlich gefährdet.

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