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ETH Untergrund

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In der letzten Woche haben wir eine sehr ungewöhnliche Führung bekommen, und zwar ging es durch die sonst nicht zugänglichen Bereiche der ETH. Das ganze fand im Rahmen einer Sicherheitseinweisung statt, durchgeführt vom Sicherheitschef für unser Gebäude (laut Gerücht das teuerste in der Schweiz…). Und so ging es dann zunächst auf’s Dach und dann runter in den Untergrund. Wir sitzen ja im Prinzip schon im Keller, das ist das E-Geschoss. Darunter dann das D-Geschoss und ja, A, B und C gibt es auch noch, aber da kommt man normalerweise nicht hin. Dort unten haben wir dann einen 1000 m^3 Regenwasseraufbereitungstank besichtigt, sind durch Lüftungsschächte bei eisigem Gegenwind gekrabbelt und haben uns eine Art künstliche Tropfsteinhöhle angesehen, die sich um das ganze Gebäude zieht und auch Verbindungsgänge zu den anderen Gebäuden auf dem Campus besitzt. Leider war nicht viel Gelegenheit, um Fotos zu machen, nur den einen Schnappschuss oben konnte ich machen. Das ist einer der Lüftungsschächte. Die Öffnungen auf der Linke Seite führen übrigens zu einem riesigem Hohlraum, in dem die Frischluft zwischengespeichert und durch die Abwärme des Gebäudes temperiert werden soll. Ob’s funktioniert…

Dann wurde uns auch noch gesagt, dass das ein Teil des Gebäudes durch das enorme Eigengewicht langsam den Hönggerberg hinunterrutscht. Zwar nur einen Millimeter pro Jahr, aber wenn ich in Pension gehen, wird es irgendwo quer durch das Gebäude einen gut 3 cm breiten Riss geben. Und das kann man dann kaum übersehen… ;-)

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Ordnung muss sein!

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Der Titel passt irgendwie gut zu meiner Asterix geprägten Vorbildung über die Schweiz (siehe Gundas Beitrag über den Müll) und natürlich auch zur ETH. Da hat auch so alles seine Ordnung, die eingehalten werden muss. Und dazu gehören auch die Antrittsvorlesungen, die jeder neue Professor so halten muss. Und heute war dann also mein Chef dran (der Herr im Anzug ganz rechts). Das Publikum war leider nicht so zahlreich, unsere Gruppe, eine befreundete Gruppe aus dem Departement, viele seiner Professoren Kollegen und ein paar Verwaltungsleute, mit denen wir bisher was zu tun hatten. Dabei war der Vortrag (mit besagtem Titel zum Thema Ordnung) sehr schön, mit einem allgemeinen Teil über die Grundlagen  unserer Arbeit (den ich allerdings schon von der Antrittsvorlesung in Bonn kannte ;-) ) und einem sehr aktuellen Teil über neue Forschungsergebnisse. Da konnte jeder sicher ordentlich was mitnehmen.

Apropos mitnehmen… Seh’ ich so aus, als gehöre ich nicht dazu? Beim Apéro (auch so ein Schweizer Wort…) nach dem Vortrag jedenfalls, wollte die Dame hinterm Büffet (die den Titel des Vortrags wohl sehr verinnerlicht hatte) mir keinen Orangensaft geben, denn dies sei ja eine Veranstaltung nur für geladenen Gäste!!! Hallo? Ich bin Physiker und keine Mangerfuzzibürohengst. Die tragen bei der Antrittsvorlesung ihres Chefs im Audimax der altehrwürdigen ETH Zürich vielleicht einen Anzug, aber ich doch nicht… Na ja, nachdem ich Ihr dann gesagt hatte, dass ich jawohl dazu gehöre, gab sie mir dann doch, wenn auch sehr unwillig und nicht gerade höflich, meinen O-Saft…