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2012-05-03 19.41.10

Gestern im Kino

Drei Monate sind ja doch erst eine kurze Zeit, und so gibt immer wieder Dinge, die man hier in der Schweiz zum ersten Mal macht (auch wenn ich schon langsam ein vertrautes Gefühl habe und es mir vorkommt, als wären wir schon viel länger hier…). Und so war ich gestern zum ersten Mal im Kino.

Genauer im Corso, kein Multiplex, aber auch kein Schuhkarton. Eigentlich ganz nett gelegen, im Süden der Altstadt, nahe dem See (und nahe einem Bahnhof mit Direktzug nach Affoltern, wie ich nach dem Film festgestellt habe). Bei uns in der Gegend habe ich leider kein Kino gefunden (ausser einem Sexkino in Oerlikon, aber das habe ich mir dann mal geschenkt…). Find ich ein bisschen seltsam, dass das so sehr auf die Innenstadt fokussiert ist, schliesslich leben ja doch ziemlich viele Leute bei uns in der Gegend. Kann mir nicht vorstellen, dass man in Oerlikon kein Multiplex rentabel betreiben könnte.

Angesehen habe ich mir die Avengers. Kein grosses Kunstwerk, aber sehr unterhaltsam und wenn man Marvel Comicverfilmungen mag, ein Hit. Wird bestimmt sehr erfolgreich sein. Aber das ist hier jetzt ja nicht das Thema, ist ja kein Filmkritikblog, sondern hier geht’s ja um die Schweiz und unsere Eindrücke vom Leben hier.

Und wie so oft, ist das erste, was einem hier an einer Sache auffällt, der Preis… 24 Franken hat mich der Spass gekostet (3 davon allerdings für die 3D-Brille, was schön blöd ist, da wir so Dinger noch gehabt hätten…). Kann man da den Film noch geniessen? Man kann… Und wenn man sich vom ersten Schock erholt hat, und ein bisschen rechnet, dann ist der Preis eigentlich gar nicht so hoch. 24 Franken sind 20 Euro, und wie ein Blick ins Netz verrät, hätte mich der Spass in Bonn auch 12 Euro gekostet und legt man jetzt nicht den Wechselkurs sondern das Verhältnis der Einkommen zu Grunde (und rechnet die unnötige Brille raus), war das gestern geradezu ein Schnäppchen ;-) Trotzdem, 24 Franken ist einfach ein Betrag, da kommt der Kopf noch nicht ganz mit, da ist so eine psychologische Sperre, die es erstmal zu überwinden gilt. Wahrscheinlich ändert sich das mal, aber im Moment…

Was noch? Untertitel in 3D geht ja mal gar nicht, und dann noch zweisprachig (deutsch/französisch). Ich mag diesen 3D Kram ja eh schon nicht, da es nie wirklich überzeugend ist, wenn dann aber auch noch riesige Untertitel vor meinen Augen durch den Raum schweben, ist es vorbei. So abgelenkt haben mich Untertitel noch nie. Ich finde es ja gut, dass der Anteil an Filmen in Originalsprache so hoch ist, aber wenn das dann immer untertitelt ist, gehe ich zukünftig vielleicht doch in die synchronisierten Fassungen. So war es jedenfalls Käse…

Dann gab es noch eine Pause, warum auch immer bei einem 134 Minuten Film. Ich fand es unnötig. Sonst war eigentlich alles wie gewohnt. Beim nächsten Mal muss ich mehr auf die Werbung achten (hab ich gewohnheitsmässig ignoriert), schien mir etwas regionaler zu sein, als ich es in einem Kino dieser Grösse erwartet hätte.

Fazit, ich werde wohl noch öfter ins Kino gehen, aber am Preis muss sich noch was ändern. Ich denke, ich werde mir eine dieser Kinobonuskarten kaufen, die überall beworben werden. Wenn ich das richtig sehe, zahl man da pro Jahr 20 Franken und kann dann für 13 Franken ins Kino. D.h. nach drei Filmen hat man die Kosten wieder raus (ist dann allerdings auf eine bestimmte Kinokette festgelegt). Das rechnet sich sicher…

Das Zahnzusatzversicherungsdilemma

Über Zahnarztkosten in der Schweiz hört man ja nur Horrorgeschichten. Da scheint es günstiger zu sein, nach Deutschland zu fahren und dort alles selber zu bezahlen, als sich in der Schweiz behandeln zu lassen. Nun gestern wurde uns das auch bestätigt. Wir hatten zwecks Abschluss einer Schweizer Krankenversicherung einen Versicherungsvertreter zu Besuch und der hat uns erklärt, warum praktisch niemand in der Schweiz eine Zahnzusatzversicherung hat. Es ist quasi eine No-Win-Situation:

  • Fall 1: Ich habe schlechte Zähne und würde Behandlungen und damit auch eine Versicherung benötigen. Nun, in dem Fall wird man erst gar nicht versichert, denn das lohnt sich für die Versicherung natürlich nicht.
  • Fall 2: Ich habe gute Zähne und benötige keine Behandlungen. In dem Fall ist es Quatsch, sich versichern zu lassen, da die Versicherung so teuer ist, dass man lieber etwas Geld an die Seite legt, wenn man dann doch mal eine Behandlung braucht. Und zahlt dann lieber alles selbst (am besten in Deutschland…).

Und da rege sich jemand in Deutschland über hohe Arztkosten auf… Im Prinzip ist das System ja nicht schlecht, denn es erzieht wahrscheinlich die Leute schon dazu, sich mehr um ihre Gesundheit zu kümmern, als so ein Rundumsorglospaket, wie es das zumindest früher mal in Deutschland gab. Nur haben ich das ungute Gefühl, dass das Schweizer System nicht unbedingt nur darauf angelegt ist, die systembedingten und von der Gesamtgesellschaft zu tragenden Gesundheitskosten niedrig zu halten, sondern vor allem auch das private Einkommen der (Zahn-)ärzte. Denn wenn keine Kasse oder andere Dritte zum Beispiel in der Zahnbehandlung involviert sind, wer bekommt denn dann die tausenden von Franken, die diese Behandlung kostet…? Nicht umsonst wird man ja deutsche Ärzte in die Schweiz abwerben und dabei vor allem auf die hohen Einkommensmöglichkeiten in der Schweiz hinweisen…