Tag Archives: Reflexionen

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ETH Landschaft

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Also das Gebäude, in dem ich arbeite, ist ja im Innern eines der unattraktivsten, in denen ich je gearbeitet habe. Alles sehr funktional und zweckmässig, aber nichts zum wohlfühlen. Von aussen geht es, ein moderner Glasbau, durchaus eindrucksvoll und gelungen, wenn man derartige Architektur mag. Der Rest des Campus ist eine wilde Aneinanderreihung von Gebäuden aus unterschiedlichen Zeiten (der Campus entstand glaube ich vor etwa 30 Jahren), sicherlich jeweils zum Zeitpunkt ihres Entstehens top modern und auf der Höhe der Zeit, als Ensemble aber etwas willkürlich anmutend (etwas, was man aber sehr oft hier in Zürich sieht…). Und vor allem auch nicht sehr attraktiv, was den Wohlfülfaktor angeht. Wenig Grünflächen, kaum Bäume, viel Beton, Pflaster, etc. Selbst der grosse Teich in mitten einer kleinen Grünanlage zwischen den Physikgebäuden besteht aus einer Betonwanne…

Aber, ganz anders das Drumherum. Ähnlich wie in Affoltern, wo wir wohnen, sieht es drumherum ganz anders aus. Wiesen, Felder und Wälder umrahmen den Campus oben auf dem Hönggerberg. Gleich nebenan gibt es ein paar Bauernhöfe und wenn es warm ist, weiden die Kühe fast auf dem Unigelände. Das ist wirklich toll, und entschädigt für vieles. Ein kleiner Spaziergang in der Mittagspause ist wirklich sehr erholsam.

Leider wird der Campus weiter wachsen, die ETH braucht mehr Platz. Und das Foto oben werde ich in ein paar Jahren nicht nochmal machen können, weil dort bald ein Dauerprovisorium aus Bürocontainern hingestellt wird. Ich freu mich…

Angekommen

Gut drei Wochen leben wir jetzt nun in Zürich, genauer in Affoltern, im äussersten Nordwesten von Zürich, am Stadtrand, neben einem Naturschutzgebiet mit zwei grossen Seen, gleich auf der anderen Seite der Autobahn, von der man zum Glück in unserer Wohnung nicht viel und der Anblick stört zumindest nicht sehr. Die Zeit ging unheimlich schnell vorbei. Es war ja auch genug zu tun, zu Hause und auch, für mich wenigstens, bei der Arbeit. Nachdem unsere Wohnung zunächst mit Kisten so voll stand, dass nur Trampelpfade zum durchgehen blieben, weil der Maler erst noch Wände und Decken streichen musste, und wir deshalb nicht wirklich etwas auspacken konnten, hat es sich jetzt halbwegs normalisiert. Kinderzimmer, Küche und Esszimmer und auch ein Teil des Wohnzimmers sind (fast) Kisten frei, man kann gemütlich herum sitzen, die Kinder haben Platz zum spielen und man kann sich jetzt dann auch einmal gemütlich auf’s Sofa setzen und hier etwas schreiben, ohne gleich ein allzu schlechtes Gewissen zu haben, weil man nicht wieder bis Mitternacht in der Wohnung herumwerkelt…

Und sonst? Es ist schon viel passiert, viele Eindrücke haben wir gesammelt, die ersten Leute kennengelernt, viel organisiert, uns orientiert und ja, zu einem guten Teil haben wir schon das Gefühl angekommen zu sein. So fremd ist dann die Schweiz doch wieder nicht, vergleicht man es vor allem mit Japan damals. Klar ist vieles anders, aber die Leute sprechen halt doch so etwas wie Deutsch (und Lesen kann man ja eh alles), in Bayern versteh ich jedenfalls auch oft nicht alles ;-). Und, was auch hilft, die meisten Ereignisse/Erfahrungen sind dann doch irgendwie positiv. Die Wohnung ist schön, die Anmeldung war kein Problem, die Leute bei der Arbeit sind fast ausnahmslos sehr freundlich und hilfsbereit, usw. Saukalt war es am Anfang, das war anstrengend, vor allem für die Kinder, dafür war alles voller Schnee, die Seen hier um die Ecke waren zugefroren, ein bisschen Winterwunderland, jedenfalls war der Blick aus dem Wohnzimmerfenster schon schön.

Und wie gesagt, wir haben jetzt wieder etwas mehr Zeit und Ruhe, Gunda eine Einführung in WordPress bekommen und wir werden von nun an hoffentlich wirklich regelmässig etwas schreiben. Altes aufarbeiten, neues berichten, Informationen weitergeben und dank Smartphone, auch von unterwegs mal Eindrücke und Bilder ganz spontan posten.

Einfach mal vorbeischaun und gucken… ;-)

Neu-Schweizer

Lange habe ich hier jetzt nichts geschrieben, aber letztlich ist außer einem weiteren Kurzbesuch in Zürich vor ein paar Wochen nicht viel passiert und da haben wir uns lieber auf’s Kinderkriegen konzentriert ;-)

Warum dann heute ein Eintrag? Nun, seit heute bin ich nun kein braver deutscher Beamter mehr,  sondern offiziell Angestellter der ETH Zürich. Äußerlich merkt man davon allerdings erstmal wenig, bin ich doch heute morgen ganz normal erstmal zur Uni hier in Bonn gefahren und sitze ich immer noch im gleichen Büro, genauso wie mein Chef und alle anderen, die jetzt eigentlich hier nur noch Gäste sind. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben, mindestens bis Ende Januar nächsten Jahres.

Davon abgesehen hat sich hinter den Kulissen natürlich alles geändert, angefangen vom Ausländerausweis (für alle, die das nicht verstehen, auf Neusprech-Deutsch heißt das Ding “Migrantenausweis”), der mich nun als Neu-Schweizer und Grenzgänger zwischen der Schweiz und Deutschland ausweißt, bis hin zu dem ganzen Durcheinander bzgl. Konten, Krankenkassen usw.

Und doch, bewundere ich mich, bei meiner tiefsitzenden Abneigung gegen offizielle Formulare,  schon selbst ein kleines bisschen, dass sich jetzt doch langsam der Bürokratienebel etwas lichtet, und große Katastrophen bisher ausgeblieben sind. Mein Vertrag ist doch noch rechtzeitig gekommen, das Konto ist eingerichtet, die Krankenkasse schickt hoffentlich bald den Vertrag, Familienzuschlag ist als nächstes dran, und der Papierkram auf deutscher Seite für den Rest der größer gewordenen Familie, ist auch bald durch.

Jetzt heißt es eigentlich nur noch auf das erste Schweizer Gehalt und die weitere Abwertung des Euro warten ;-)

Und dann bleibt mir hoffentlich auch etwas mehr Zeit, hier über die bisherigen Eindrücke und Erfahrungen unseres Umzugs in die Schweiz zu berichten und auch die Webseite hier etwas weiter aufzupäppeln. Als nächstes gibt es erstmal so bald wie möglich die Bilder vom letzten Besuch in Zürich.

Los geht’s

Nein, nicht mit dem Umzug in die Schweiz (das wird hoffentlich erst nächstes Jahr passieren), aber mit disem Blog bzw. dieser Webseite. Als wir 2004 nach Japan gingen, haben wir die zwei Jahre dort auch in dieser Form begleitet. Das alles ist immer noch online und findet sich hier: http://gunda-und-thomas-in-japan.typepad.com/japan/

Wer unser Japan-Abenteuer nochmal nachlesen möchte, kann das also immer noch tun ;-)

Genauso wie damals, wollen wir auch diesmal unsere persönlichen Eindrücke und Erlebnisse auf diese Weise festhalten und vielleicht dem ein oder anderen, der in der gleichen Situation ist, mit unseren Erfahrungen weiterhelfen. Dazu werden wir hier auch noch diverse Infos und Links veröffentlichen.

Natürlich ist ein Umzug von Deutschland in die Schweiz nicht so aufregend und exotisch, wie ein Umzug nach Japan, aber trotzdem sicher voller Fallstricke und Fettnäpfchen. Ausserdem ist für uns die Ausgangslage eine ganz andere. Damals wollten wir unbedingt dorthin, wussten aber andererseits, dass wir nur für eine begrenzte Zeit dort sein werden. Außerdem waren wir völlig unabhängig, jetzt sind wir eine kleine Familie mit bald zwei Kindern. Waren wir in Japan in Japan doch auch immer sowas wie Langzeittouristen, so müssen wir uns jetzt viel stärker und vor allem dauerhaft integrieren…

Und so nah die Schweiz auch ist, so ist sie für uns doch eine Terra incognita, waren wir beide doch niemals zuvor da und hatten auch nie einen persönlichen Bezug zu dem Land und der Kultur.

Das wird sich aber ab heute ändern. Während ich diesen Beitrag schreibe, sitze ich schon im Zug in die Schweiz. Daher ist dies auch der richtige Tag, um dieses Blog zu starten. So sind alle Leser quasi von der Stunde Null an dabei :-)

Die Seite selbst ist natürlich noch eine einzige Baustelle und wird sich in nächster Zeit noch sehr verändern und mit Inhalten füllen. Zu der Webseite gibt es auch noch eine Facebook-Seite und einen Twitter-Account. Wer will, kann uns also auch dort begleiten.

Soweit erstmal der erste Beitrag, weiter geht es dann nach meiner Rückkehr mit den ersten Eindrücken aus unserer zukünftigen Heimat.